Als Elternsprecherin stand ich vor der Frage: Welches Analysetool soll auf der neuen Schulwebsite laufen? Google Analytics kennt jeder, Matomo war für mich neu. Nach drei Monaten parallelem Betrieb kann ich beide Seiten beleuchten.

Was für Google Analytics spricht

Die Einrichtung dauerte keine zehn Minuten. Tracking-Code einfügen, fertig. Die Berichte sind übersichtlich, selbst ohne technisches Vorwissen versteht man schnell, welche Seiten häufig besucht werden. Für unseren Elternbeirat war das wichtig - niemand wollte erst Schulungen durchlaufen. Die Echtzeitansicht half uns zu sehen, wann Eltern die Informationen zur Schulanmeldung tatsächlich abrufen.

Wo Matomo punktet

Der Datenschutzbeauftragte der Schule atmete auf, als wir zu Matomo wechselten. Alle Daten bleiben auf deutschem Server, keine Weiterleitung an amerikanische Konzerne. Das Cookie-Banner wurde deutlich schlanker. Für uns Eltern bedeutet das: Die Daten unserer Kinder verlassen nicht die EU. Die Berichte zeigen genau dasselbe wie Google Analytics, nur dass wir die Software selbst hosten. Kostenpunkt: 18 Euro monatlich beim lokalen Webhoster.

Die ehrliche Bilanz

Google Analytics ist bequemer und kostenlos. Matomo erfordert etwas technisches Verständnis beim Einrichten und kostet Geld. Dafür schlafen Eltern ruhiger, wenn Besucherdaten der Schulwebsite nicht bei Google landen. Für unsere Grundschule mit 280 Familien reichen Matomos Funktionen völlig aus. Große Gymnasien mit komplexen Tracking-Anforderungen könnten anders entscheiden - dort wiegt der Datenschutz vielleicht weniger schwer als erweiterte Analysefunktionen.